Überleben in einer geistig verwirrten Gesellschaft

Als ich vor Kurzem für meinen jüngsten Sohn einen Ausweis beantragen wollte, stellte man mir die Frage, welches Geschlecht er habe. Ist er männlich, weiblich oder möchten wir uns nicht festlegen, damit er später selbst entscheiden kann, was er einmal werden möchte.

Hintergrund für diese Neuregelung ist ein Beschluss des Bundestags, der es als angeblich diskriminierend begreift, wenn Kinder von Geburt an auf ein Geschlecht „festgelegt“ werden.

Screenshot FAZ, (c) FAZ

Man kann diesen Beschluss als geistige Störung einer ganzen Nation begreifen, das Problem dabei ist jedoch, dass Kritik an solchen Beschlüssen zunehmend als „Hassrede“ oder als „transphob“ geahndet wird und Geldstrafen, Freiheitsentzug, Verlust des Arbeitsplatzes, sowie soziale Stigmatisierung zur Folge haben kann.

Wer sich also an die Worte Jesu hält, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat (Mt 19,4) und eben nicht als Transgenderwesen, gerät insbesondere in Deutschland schnell in die Mühlen der politischen Korrektheit. Wie aber standhalten in einer Welt, die den Wahnsinn zum Gesetz erklärt?

Eine Antwort auf diese Problematik gibt Rod Drehers äußerst lesenswertes Buch Die Benedikt Option. Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft, Kissleg, fe-Verlag 2018, 400 Seiten, 19,95 Euro.

Dreher geht zu Recht davon aus, dass nicht nur die christliche Epoche Europas und Nordamerikas unwiederbringlich zu Ende ist. Das abendländische Kulturerbe selbst ist aus dem Bewusstsein der Menschen weitestgehend gewichen und durch eine neue, konsumorientierte Agenda der politischen Korrektheit ersetzt worden.

Ähnlich wie in der anarchistischen Übergangsphase von der Antike zum Mittelalter, kann der christliche Glaube und das abendländische Kulturgut nur überleben, wenn sich kleine Gemeinschaften lebendiger Gegenkultur herausbilden, die in der Lage sind, ihren Kindern einen alternativen Weg zum Mainstream aufzuzeigen, nämlich den des Glaubens, der geistigen Ideale, des Könnens der alten Sprachen und des historischen Bewusstseins.

In einer geistig verflachten Welt hilft nicht der Kampf gegen die jeweils neueste Genderverwirrung, sondern nur das aktive gelebte abendländische Erbe, so dass in ein paar Jahrhunderten, wenn der derzeitige Niedergang und seine Folgen überwunden sind, der Glaube und das historische Bewusstsein neu auferstehen können. Seine strategischen Erwägungen, wie dieses Überleben stattfinden kann, sind sicher nicht nur für Christen, sondern auch für nichtchristliche Bewahrer des europäischen Kulturerbes lesenswert.

Das Buch auf Deutsch:

Rod Dreher: Die Benedikt Option. Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft, Kissleg, fe-Verlag 2018, 400 Seiten, 19,95 Euro.

Das Buch im englischen Original:

Rod Dreher: The Benedict Option: A Strategy for Christians in a Post-Christian Nation, New York, Sentinel 2017, ca.: 14,69 Euro.

Herzlich

Benjamin Kaiser

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