Spengler sieht in der Französischen Revolution vor allem eine Idee verkörpert: den Übergang von der Kultur zur Zivilisation, den „Sieg der anorganischen Weltstadt über das organische Land, das nun ‚Provinz‘ im geistigen Sinne wird“.
Deutlich wurde dies nicht nur, indem die Revolutionäre das lebendige Christentum bekämpften und durch einen staatlich verordneten Vernunftglauben ersetzten, sondern auch in zeitgenössischen Plänen, die natürlich gewachsenen Provinzen Frankreichs schachbrettartig neu aufzuteilen. Die Französische Revolution war der Sieg des Anorganischen über das Organische.Dieses anorganische Denken prägt bis heute die Kulturrevolutionäre, die uns mit neuen, am Reißbrett entworfenen Familienmodellen zu beglücken glauben oder meinen, die „Bevölkerung“ ließe sich beliebig durch Menschen aus ganz anderen Erdteilen ersetzen.
Dem Anorganischen steht jedoch ein organisches Denken gegenüber, das noch an das Volk, an die Familie und an Gott glaubt, und das zu Recht (wie die heutigen Revolutionäre kritisieren) aus der Vergangenheit zu stammen scheint.