Befreiungskampf gegen die Deutschen?

Der Araberaufstand von 1888 wird nicht nur gerne als „Befreiungskampf“ gegen die deutsche „Kolonialherrschaft“ inszeniert, sondern auch der wohlhabende Sklavenhalter Buschire bin Salim wird als „Widerstandskämpfer“ gegen die Deutschen gefeiert.
 
Dies ist eine grobe Geschichtsverdrehung: Sansibar war bereits im 7. Jahrhundert durch die Araber kolonialisiert worden und diente den Arabern als wichtiger Umschlagplatz für den Handel mit afrikanischen Sklaven. 1888 wurde Sansibar sowie das angrenzende Küstengebiet durch Sultan Barghasch ibn Said, in der Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen, an die Deutsche Ostafrikanische Gesellschaft verpachtet.
 
Was der Sultan den Deutschen verschwieg, war, dass 75 % seiner Einnahmen aus dem Sklavenhandel stammten. Als die Deutschen anfingen, den Sklavenhandel zu unterbinden, trieb der Sultan ein doppeltes Spiel. Unter der Führung Buschire bin Salims organisierte er einen Aufstand und ließ gegen die Deutschen Krieg führen.
 
Der dem ganzen Unterfangen sehr kritisch gegenüberstehende Bismarck beauftragte schließlich Hermann von Wissmann, den Aufstand niederzuschlagen.
 
Anekdotisch: Während eines Waffenstillstandes überfiel Buschiri ein afrikanisches Dorf, fing einen schwarzen Maurer, welcher an einer von den Deutschen errichteten Eisenbahnstation mitgearbeitet hatte, und schickte ihn mit abgehauenen Händen zu Wissmann, um ihm „einen schönen Gruß zu bestellen“.
 
Schließlich wurde Buschiri von Afrikanern gefangengesetzt und dem deutschen Militär übergeben, das ihn am 15. Dezember 1889 öffentlich hängte.

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