Linke glauben, eine bessere Welt in dieser Welt errichten zu können, in der das menschliche Leid weitestgehend überwunden werden kann.
Marx und Engels gaben dieses Ideal im Manifest der Kommunistischen Partei vor:
„An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft […] tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“
Diese Utopie hat Westeuropa gezeichnet. Mit 1968 und dem langen Marsch durch die Institutionen (Gramsci) sollte Deutschland und die Welt nicht nur „bunter, vielfältiger und sozial gerechter“, sondern auch die „freie Entwicklung“ des Einzelnen zu einer harmonischen „Selbstverwirklichung“ aller führen. Diese Sehnsucht nach einer besseren Zukunft bewegte im Westen eine ganze Generation, die versuchte, ihren Traum einer „gerechten“, leidfreien Welt mit aller Macht, die sie in den Institutionen errang, umzusetzen. Alles, was wir heute erleben: Massenmigration, den kollabierenden Sozialstaat, die gesellschaftliche Spaltung und die zerstörte Energieinfrastruktur – sind direkte oder indirekte Folgen dieser Utopie.
Rechtes Denken hingegen geht von einer nicht zu überwindenden Mangelhaftigkeit der Welt aus. (Wir traditionell katholischen Christen sprechen entsprechend von einer gefallenen Welt.) Dass der Mensch in dieser Welt leiden muss, ist für rechte, traditionelle Christen ein Naturgesetz, das durch keinen politischen Reformversuch gänzlich eliminiert werden kann. Denn natürlich kann es Einzelnen oder ganzen Gruppen gelingen, die eigene Situation zu verbessern, indem wir Deutschen etwa illegale Migranten, die das Sozialsystem belasten, wieder abschieben.Das prinzipielle Leid in der Welt, kann jedoch hierdurch nicht aufgehoben werden, denn jede Tat hat wieder neues Leid zur Folge: Der Mensch kann in dieser Welt keine leidfreie Welt errichten. Alles, was wir tun können, ist, uns der gottgegebenen Aufgabe zu stellen, für diejenigen, für die uns Verantwortung gegeben wurde, auch Verantwortung zu übernehmen (im Sinne des guten Verwalters) und entsprechend unsere Familie und unser Volk zu verteidigen.
Gleichzeitig ist Rechten und insbesondere traditionellen Christen eine große Gelassenheit zu eigen. Wir wissen, dass wir im Sinne einer verantwortungsvollen Nächstenliebe Leid, mit viel Glück für unsere Nächsten mindern können, aber niemals die Welt vom Leid befreien können.
Denn die Erlösung vom Leiden ist nicht von dieser Welt. Wir müssen erst durch den Tod hindurchgehen, um durch Christus vom Leid der Welt befreit zu werden.
Alles, was wir machen können, ist für die Wahrheit einzustehen, den uns zugewiesenen Platz mit Verantwortung und Demut auszufüllen und das Leid, das linke Utopisten (und verantwortliche Mächte) in dieser Welt angerichtet haben, möglichst zu mindern.