Kulturmarxismus Teil III: Allianz mit globalen Wirtschaftseliten – China als Vorbild

Im klassischen Marxismus galt die Arbeiterklasse als „Opfer“ und die Kapitalisten als „Täter“. Dieses Modell gesellschaftlicher Polarisierung gehörte spätestens seit den 1950ern in den westlichen Überflussgesellschaften zum ideologischen Alteisen: Schließlich konnte in Zeiten des Wirtschaftswunders niemand mehr ernsthaft von einer „ausgebeuteten Arbeiterklasse“ sprechen.

Also erfand  man den „Opfer-Täter“-Dualismus in Zirkeln wie der Frankfurter Schule neu und gab ihm eine andere Richtung. Die „armen Opfer“ waren jetzt nicht mehr die Arbeiter, sondern allerlei „Opfergruppen“, wie „Migrant*innen“, Muslime oder sexuelle Minderheiten, die angeblich ohne Rechte, ein jämmerliches „Opfer“-Dasein im reichen Westen führen mussten.

Mit dieser Umformulierung des „Opfer-Täter“-Schemas gewann der Neo-Marxismus schnell neue Verbündete. Unter anderem bildete sich eine überraschende Allianz mit Globalisierungsbefürwortern, die nicht aus der linken Ecke stammen. Mit ihrer Neuausrichtung wurde die kulturmarxistische Ideologie nämlich auch für multinationale Großkonzerne interessant. Denn die „bösen Täter“ waren jetzt nicht mehr die Kapitalisten, sondern die beharrenden Kräfte der westlichen Gesellschaft: Familie, Glaube, kulturelle Identität und Nation. Also genau jene Kräfte, die einem weltweit entfesselten Austausch von Arbeitskräften bisher entgegenstanden.

Für diese „beharrenden Kräfte“ in den westlichen Nationen hatte das Bündnis aus Neomarxisten und Gloablisten fatale Folgen. Hier ist besonders das Projekt der Massenmigration nach Europa hervorzuheben. Im Verbund mit der kulturmarxistischen Wohlfühlideologie galt es, die monokulturellen Demokartien Europas aufzulösen. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang eine Aussage Yascha Mounks in den Tagesthemen: “daß wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln”. (Tagesthemen 20.02.2018)

Diese Aussage, die Massenmigration wäre ein gezieltes Experiment kulturmarxistischer Enthusiasten und multinational agierender Konzerne, sollte nun in einem Video von “MrWissen2Go” widerlegt werden. Auf die Frage hin, ob die Massenmigration gezielt durch diese Interessensgruppen veranlasst worden sei, redete sich Yasha Mounk um Kopf und Kragen:

Nein, natürlich nicht. Weder ich, noch Frau Merkel,  noch irgendjemand der sagt: Wir machen jetzt hier in Deutschland ein Experiment! Sondern aus ganz anderen Entscheidungen, aus wirtschaftlichen Entscheidungen haben wir etwas gemacht, was in historischer Perspektive ein neues, einzigartiges Experiment ist, aber nicht weil jemand gesagt hat, wir machen jetzt das Experiment, sondern weil in den fünfziger und sechziger Jahren zum Beispiel ein Bundesfinanzminister gesagt hat, oh, die Unternehmen rennen uns die Tür ein…

Der Parteikommunismus Chinas als Vorbild für Europa

Die Auflösung der westlichen Demokratien hin zu einem neuen „vielfältigen“ Superstaat ist also in vollem Gange. Gleichzeitig wächst aber auch die Kritik an einem solchen Vorgehen. Viele Menschen haben den Eindruck, mit ihrer Wahlentscheidung kaum noch Einfluss auf konkrete politische Entscheidungen nehmen zu können. Somit wächst der Unmut und mit ihm die Anzahl kritischer Meinungsäußerungen im Internet. Dies wiederum ist den Eliten ein Dorn im Auge. Daher wird unter anderem der Parteikommunismus Chinas als Beispiel dafür genannt, wie zum Beispiel in der Migrationsfrage die Meinungshoheit im Internet zurückerobert werden kann. So sagte der für die ARD tätige Ranga Yogeshwar:

Europa muss bei den Massenmedien eine gewisse Souveränität behalten. Es gibt Staaten, die da schon weiter sind. Auch wenn das manchen verblüffen dürfte, will ich hier ausdrücklich China nennen. Dort gibt es mit WeChat ein eigenes Pendant zu WhatsApp. China behält eine gewisse Kontrolle darüber, welche Nachrichten ihr Land penetrieren. Das brauchen auch wir, um sicherzustellen, dass nicht das Betriebssystem unseres Landes gestört wird. Und Medien sind ein zentraler Teil des Betriebssystems von Staaten. Wenn wir von immer mehr Fake-News überschwemmt werden und keinerlei Möglichkeit haben, Dinge zu sanktionieren und zu unterbinden, wird das für unsere Demokratie gefährlich.

Die Frage stellt sich bei solchen Aussagen, wann die elitären Kräfte die Einführung eines Punktesystems, wie in China fordern. Hier können angepasste, politisch-korrekte Menschen Punkte sammeln. Wer politisch kritische Aussagen macht, dem werden hingegen Punkte abgezogen. Nur noch derjenige, der genug Punkte gesammelt hat, bekommt einen Hauskredit oder darf ins Ausland fliegen.

Herzlich

Benjamin Kaiser

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